Work-Life-Balance einfach fordern

Work-Life-Balance einfach fordern

Echte Benefits, mehr Zufriedenheit

Mehr Freizeit, mehr Teilhabe, mehr Selbstverwirklichung – wer sich das von seinem Job wünscht, hat bessere Chancen als je zuvor: Denn in Zeiten von branchenübergreifendem Fachkräftemangel und dem Druck, mit der Digitalisierung Schritt zu halten, werden gut ausgebildete Fachkräfte immer wertvoller. Um attraktive Profis zu gewinnen und zuhalten, müssen Arbeitgeber jetzt auf zeitgemäße Benefits und umfassende Mitarbeiterzufriedenheit setzen. Perfektes Timing also, um Leistungen und Angebote für eine echte Work-Life-Balance zu fordern. ManaJump zeigt, was heute für Arbeitnehmer alles drin ist: Die ideale Checkliste für Einstellungsgespräche sowie Neuverhandlungen im alten Job.

Work-Life-Balance ist das neue Gehalt

Zeit ist Geld – das war einmal, heute heißt es: Zeit ist unbezahlbar. Selbst für ein großzügiges Top-Gehalt ist kaum noch jemand zu haben für ein Leben aus Arbeit rund um die Uhr. Dahinter steckt natürlich nicht Bequemlichkeit – sondern einfach der ausgeprägte Wunsch nach einer ausgewogenen Work-Life-Balance. Denn heute sind viele Menschen nach wie vor bereit, im Job alles zu geben, aber einfach nicht mehr alles für den Job. Ebenso wichtig wie berufliche Erfolge sind heute Freizeit für wertvolle Erlebnisse und Reisen. Intensiv gestaltbare Lebenszeit ist vielen mehr wert als Geld, auch weil wir weit weniger an klassischen Statussymbolen hängen als noch die Generationen vor uns. Wer als Arbeitgeber heute keine ausgewogene Work-Life-Balance bieten kann, bleibt im Rennen um Fachkräfte auf der Strecke – und das wissen die Personaler genau. Das heißt zum Beispiel: Früher ließen sich Unternehmen noch um einen freien Tag bitten, jetzt bieten sie ihn oft standardmäßig, sogar einmal pro Woche.

Freizeit fordern und verhandeln:

  • Flexibler Ausgleich von Überstunden gegen Freizeiten
  • 4-Tage-Woche
  • Gleitzeit-Modelle
  • Mehr als gesetzlich geregelte Urlaubstage
  • (Bezahlte) Sabbatical-Regelung

Bio-Lunch statt Bonus – Fitness statt Firmenwagen

Das Statusdenken hat sich in den letzten fünfzehn Jahren radikal geändert: Wer träumt denn heute noch vom großen Eigenheim oder teurem Auto? Lieber wird in Hobbys, Reisen, Fitness und Gesundheit investiert, also in erlebbare Werte. Und während man sich früher noch mit einem Firmenwagen locken ließ, radeln nicht nur junge Großstädter lieber mit dem Bike zur Arbeit: Ist günstiger, geht schneller, senkt den CO2-Ausstoß. Überhaupt ist Nachhaltigkeit, ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt und ihren Ressourcen, ein großes Thema für immer mehr Arbeitnehmer. Da ist es mit einem Bio-Obstkorb am Arbeitsplatz längst nicht getan – auch wenn der in Stellenanzeigen unter Benefits inzwischen Standard ist. Besonders Absolventen und junge Talents wählen Arbeitgeber nach positiver Nachhaltigkeitsbilanz des Unternehmens und Corporate Responsibility. Das lässt sich bei Verhandlungen zwar nicht einfach fordern – dafür aber einiges rund um die eigene bewusste Lebensführung: Denn dass diese den Mitarbeiten heute wichtiger ist als Benzin fressende Firmenautos oder alle Jubeljahre mal ein Team-Frühstück, wissen auch Personalverantwortliche inzwischen. Und auch privat nutzbare Technik oder sogar Mietzuschüsse in teuren Cities sind heute als Gratifikation kein No-Go mehr.

Gratifikation fordern und verhandeln:

  • (E-)Bike und ÖPNV-Abos
  • Interne Fitness-Angebote oder Kostenübernahme
  • Zuschüsse und Kostenübernahme für Gesundheitsleistungen
  • Obst, Snacks und gesunde Lunch-Angebote
  • Zuschüsse zu Verpflegungskosten
  • Privat nutzbares Smartphones / Tablett / Notebook
  • Mietzuschuss oder Firmenwohnung

Karriere UND Familie – nicht oder.

Desto besser Frauen ausgebildet sind, desto weniger sind sie bereit, für die Familiengründung auf ihre Karriere zu verzichten. Umgekehrt möchten immer weniger Menschen dem Job ihre Familienplanung opfern. Die heutige Generation von Frauen lässt sich längst nicht mehr auf die Mutterrolle reduzieren. Gleichzeitig möchte sie von der Gesellschaft und ihrem Arbeitgeber in der Entscheidung, Mutter zu sein, unterstützt werden. Und auch Väter wollen ihre Kinder nicht mehr nur am Wochenende sehen, sondern aktiv an ihrer Erziehung mitwirken. Wer heute gut qualifizierte Arbeitnehmer gewinnen möchte, darf Beruf und Familie nicht mehr als alternative, sich wechselseitig ausschließenden Lebensentwürfe ansehen. Ein attraktiver Arbeitgeber muss sich als familienfreundlich positionieren und für Frauen und Männer entsprechende Angebote schaffen. Flexible Elternzeitmodelle, Betreuungsangebote für Kinder, selbst gestaltbare Arbeitszeiten und freie(re) Wahl des Arbeitsorts lassen sich darum leichter als je zuvor einfordern.

Familienfreundlichkeit fordern und verhandeln:

  • Flexible und dehnbare Elternzeitmodelle
  • Betriebskindergarten und / oder interne Betreuungsangebote
  • Kostenübernahme oder Zuschüsse für externe Kinderbetreuung
  • Gleitzeitmodelle und Home-Office-Optionen
  • Teilzeit-Optionen auch für anspruchsvolle Jobs
  • Ausbildungsfonds für Mitarbeiter-Kinder

Sich selbst verwirklichen statt nur Unternehmensziele

Heute geht es nicht mehr darum, die Karriereleiter hochzuklettern – vielmehr soll der Weg auch in Punkto Selbstverwirklichung nach oben führen. Das beginnt damit, sich mit seiner eigenen Persönlichkeit und den individuellen Fähigkeiten in den Job einbringen zu können, statt nur nach Schema F zu arbeiten. Dafür braucht es kreative und auch hierarchische Freiräume. Arbeitgeber werden immer mehr daran gemessen, ob sie ihre Teams Work- und Lösungsprozesse mitentwickeln und tragen lassen, also fähig zum Leadership 4.0 sind. Die Industrie 4.0 macht aber nicht nur eine neue Form von Führung nötig, sondern schafft auch den Arbeitsplatz 4.0: Innovative Konzepte der Zusammenarbeit sind längst nicht mehr nur in trendigen Start-Ups angekommen. Mit agiler Arbeits(platz)verteilung, Home-Office und Co. können ja schließlich auch Unternehmen an eher unbeliebten Standorten bei Fachkräften punkten. Optimale Teamführung, Teilhabe an Work-Prozessen und moderne Arbeitsplatzgestaltung lassen sich also genauso fordern wie ständige Angebote zur idealen Aus- und Weiterbildung.

Selbstverwirklichung fordern und verhandeln

  • Ortsunabhängiges Arbeiten: Remote / Home-Office
  • Agile Work-Flow-Gestaltung: Scrum, Design Thinking etc.
  • Teilhabe an Projekt- und Arbeitsprozessgestaltung
  • Diversity und Change Management
  • Interne Weiterbildungs- und Learning-Angebote
  • Zuschüsse für externe Bildungsoptionen und Coachings

 

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Über Nathalie Wendt

Nathalie WendtNathalie Wendt ist freiberufliche Content und Social Media Managerin. Sie leitet die Redaktion des ManaJump Blogs und ist unser Allround-Profi für Text und Kommunikation.