Mit diesen Tipps punkten Sie in jedem neuen Job

Mit diesen Tipps punkten Sie in jedem neuen Job

Der Karriere-Knigge für Neue an Board

Den Traumjob geschnappt, den ersehnten Jobwechsel geschafft, neue Karrierechancen gefunden: Da könnte man sich eigentlich einfach nur freuen – wäre da nicht der verflixte erste Tag am neuen Arbeitsplatz. In einem etablierten Team der oder die „Neue“ zu sein und der Druck einen guten Eindruck und bloß nicht gleich etwas falsch zu machen, macht sogar Profis und versierte Teamplayer nervös. Doch mit den ManaJump Tipps zeigen Sie gleich an Tag Eins, dass Sie eine echte Bereicherung für jedes Team und jeden Chef sind – und kommen ganz sicher gut im neuen Team an.

Dresscode: Was ziehe ich bloß an?

Diese Frage beschäftigt vor dem ersten Tag fast immer. Und nie gibt es die eine allgemein gültige Antwort. Weil eben jedes Unternehmen und oft auch jede einzelne Abteilung da so ihre ganz eigenen Regeln hat. Ein guter Anhaltspunkt: Wie waren die Leute gekleidet, bei denen Sie Ihr Vorstellungsgespräch hatten? War das nur der Chef, gilt das leider meist nicht. Darum schauen Sie am besten schon auf dem Weg zu oder von diesem Gespräch unauffällig auf die Mitarbeiter und achten dabei auf den Kleidungsstil. Vielleicht lässt sich auch aus der Website oder anderen Kommunikationsmitteln des neuen Arbeitsplatzes darauf schließen, ob und wie konservativ Klima und Stil wohl sind? Da am ersten Tag völlig overdressed zu erscheinen genauso unangenehm ist, wie underdressed, steht Ihnen Ehrlichkeit am besten: Fragen Sie im Zweifel nach. Rufen Sie den Personalverantwortlichen an und fragen Sie zunächst, ob Sie für Ihren Start irgendetwas mitbringen sollen – das ist unverfänglich und wirkt gleich engagiert. Dann können Sie beiläufig fragen, ob Sie sich auf einen bestimmten Dresscode einstellen sollen. Nach dem ersten Tag machen Sie es dann so: Orientieren Sie sich an den Kollegen, nicht am Vorgesetzten und übertrumpfen Sie die anderen optisch lieber erstmal nicht.

Hallo, hier bin ich: die Vorstellung

Best case Szenario ist natürlich, dass Sie von einem Kollegen, HR-Mitglied oder Vorgesetzten an Ihrem neuen Arbeitsplatz herumgeführt und den anderen Mitarbeitern vorgestellt werden. Dann geben Sie in jedem Büro jedem die Hand, sagen immer Ihren Vor- und Nachnamen und lächeln freundlich. War´s das? Ja. Woher Sie kommen und was Sie vorher gemacht haben sagen Sie nämlich nur, wenn Sie gleich jemand fragt – Sie selbst müssen erstmal nichts fragen. In einem Großraumbüro natürlich auch nicht, da brauchen Sie nicht einmal alle Hände zu schütteln. Es reicht, von der Tür aus in den Raum zu grüßen.
Und wenn Sie auf sich gestellt sind, z.B. nur an Ihren Schreibtisch gebracht werden? Dann stellen Sie sich den Leuten im Blickfeld genauso vor. Und fragen einfach nach: „Gibt es jemanden, dem ich mich noch schnell vorstellen sollte?“ Wen Sie niemals vergessen sollten: Sekretärinnen, Team-Assistenten, Büroleiter oder ähnliche „heimliche Chefs“! Deren Hilfe, Wissen und ehrlich gesagt auch Wohlwollen werden Sie oft genug brauchen – zeigen Sie ihnen ruhig, dass Sie das wissen.

Du? Sie Beides? Abwarten!

Natürlich wird in vielen Unternehmen inzwischen geduzt – in vielen aber auch nicht, manchmal nur innerhalb eines Kernteams usw. Darum ist es schlau, sich mit Vor- und Nachnamen vorzustellen, denn antwortet der andere nur mit seinem Vornamen, ist klar, dass Sie sich duzen können. Sicherheitshalber gehen Sie einfach immer vom Sie aus und warten entspannt darauf, ob Ihnen das Du angeboten wird. Sie selbst sollten das am Anfang nicht als Erster tun.

Einarbeitung: ruhig fordern

Wenn nicht sowieso ein Teamleiter, Vorgesetzter oder Kollege Sie am ersten Tag an Ihre neuen Aufgaben heranführt, fragen Sie ruhig danach. Am besten so: „Gibt es etwas, dass ich mir schon mal anschauen / in das ich mich einarbeiten kann?“ Und so besser nicht: „Ich weiß gar nicht, was ich jetzt hier machen soll“. Proaktiv kommt einfach besser rüber als hilfsbedürftig. Und es klingt auch nicht gleich passiv-aggressiv. Ihre Kollegen wissen es auch nicht? Gut, dass Sie sich schon längst den Sekretärinnen & Co. vorgestellt haben – zu denen können Sie jetzt nämlich gehen und bekommen auf Ihre Frage bestimmt eine hilfreiche Antwort.

Mittagspause: warten oder einfach mitgehen?

Gerade haben Sie sich ein bisschen eingegroovt, schon wartet die nächste Herausforderung: die Mittagspause. Wenn Ihre unmittelbaren Kollegen zum Essen raus gehen, fragen Sie einfach, ob Sie sie begleiten dürfen – wenn sie das nicht ohnehin von selbst anbieten. In der Kantine oder im Kollegentreff um die Ecke fragen Sie ebenso ungezwungen, ob Sie sich dazu setzen dürfen. Und dann? Ist eine gute Gelegenheit, sich bei bisher Unbekannten vorzustellen. Jetzt fragt man Sie bestimmt auch ein bisschen aus. Dann holen Sie lieber nicht zu weit aus und stellen am besten immer auch Gegenfragen: „Sind Sie schon lange dabei?“ Oder „Was genau machen Sie im Unternehmen?“ Smalltalk schließen Sie sich ruhig an – und sind bei Jobthemen oder Tratsch am ersten Tag lieber erstmal mit Kauen beschäftigt. Wenn nicht in größeren Runden zum Mittag gegangen wird, nutzen Sie die Gelegenheit, mit möglichst jedem im Kernteam mal eine Mittagspause zu verbringen. So zeigen Sie Interesse an jedem und erfahren nach und nach alles wichtige zu Kollegen und Job.

Bürotalk: Wie viel ist zu viel?

Natürlich wird unter Kollegen viel über Privates geredet. Sagen Sie unaufgefordert das Schlauste: nämlich nichts. Man wird Sie noch früh genug alles mögliche fragen, Sie sollten lieber nicht mit Privatem anfangen. Wenn alle über ihren letzten Urlaub oder ähnlich oberflächliche Themen sprechen, sollten Sie sich natürlich lieber auch mal ungefragt einbringen, anstatt nur mit ewigem Schweigen aufzufallen – aber auch hier: keine langen Ausschweifungen. Wird in Ihrer Anfangszeit über andere Kollegen oder den Chef gesprochen, – und das wird es ganz sicher – halten Sie sich in jedem Fall raus. Nummer sicher: Der Gang zur Toilette oder zum Kaffeenachschub.

Ist extrovertiert vorlaut?

Nicht, wenn es um gute Ideen, Fähigkeiten und Know-how geht – das alles können und sollen Sie von Anfang an zeigen und sich damit positiv einbringen. So zeigen Sie gleich: Sie sind motiviert. Lieber nicht zeigen dagegen sollten Sie, wenn Sie denken, ohne Sie wäre bisher alles nicht so gut gelaufen. Selbst wenn Sie Recht haben sollten: Besserwisser mag niemand. Und wenn Sie tatsächlich besser qualifiziert sind als ihre Kollegen, finden die das noch früh genug raus. Machen Sie lieber ganz vorsichtig nach und nach Verbesserungsvorschläge, am besten als Frage formuliert: „Könnte man nicht vielleicht auch…“ oder „Ich habe eine Idee zu XY – soll ich mal eben erzählen?“ Wichtig: Bevor Sie verbessern, schauen Sie sich alles wirklich genau an. Dazu brauchen Sie bestimmt länger als die erste Woche.

Gibt man eigentlich noch einen Einstand?

Jeder wird doch gerne zu etwas Nettem eingeladen, oder? Das gilt auch für Ihre neuen Kollegen. Wann ist der richtige Zeitpunkt? Nicht der erste Tag, das würden manche als Wichtigtuerei empfinden. Weil es meist länger als eine Woche dauert, bis man alle kennenlernt, sich eingelebt und auch schon ein wenig eingebracht hat, ist der perfekte Zeitpunkt für den Einstand: den ersten Monat im neuem Job zu feiern. Aber wie? Sie können nichts falsch machen, wenn Sie einfach Frühstücksnacks oder Kuchen für alle mitbringen und das am besten am Tag zuvor informell mündlich oder per Mail an alle ankündigen. Soll es lieber ein kleiner Umtrunk sein, sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten, was er dazu meint und was er vorschlägt – checken Sie aber vorher, ob Alkohol auch nach Feierabend grundsätzlich ein Tabu ist. Und schließen Sie niemanden aus, sie müssen wirklich alle einladen, mit denen Sie arbeiten, auch den Nörgel-Kollegen und den Chef. Sind Sie ganz unsicher, was Sie zu welcher Tageszeit in welchem Rahmen anbieten sollen? Dann wieder: Gut, dass Sie sich bei den allwissenden Sekretärinnen und Assistenten bereits beliebt gemacht haben… Und noch ein Tipp zum Schluss: „Verkaufen“ Sie Ihren Einstand immer als Dankeschön an die Kollegen, die Sie so nett im Team empfangen haben. Danke hört wirklich jeder gerne.

Über Nathalie Wendt

Nathalie WendtNathalie Wendt ist freiberufliche Content und Social Media Managerin. Sie leitet die Redaktion des ManaJump Blogs und ist unser Allround-Profi für Text und Kommunikation.