Im Feedback-Gespräch trumpfen

Im Feedback-Gespräch trumpfen

So holt man mehr Geld, bessere Aufgaben und Förderung raus

Ein Feedback-Gespräch zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter ist keineswegs nur eine einseitige und wohlmöglich subjektive Bewertung. Sondern eine tolle Gelegenheit zu einem Dialog auf Augenhöhe über Kompetenzen, Ziele und Chancen. Die ManaJump Tipps zeigen einfach, wie Sie die eigene Leistung eindrücklich belegen und sich erfolgreich positionieren – und wie Sie das Beste für Arbeitsbedingungen, persönliche Entwicklung und berufliche Weiterentwicklung rausholen.

Feedback-Gespräch: beidseitige Chance statt einseitiger Bewertung!

Feedback-Gespräche gehören in den meisten Unternehmen selbstverständlich zum Job dazu: ob am Ende der Probezeit, als Status-Quo-Analyse im Jahrestakt oder als regelmäßiger Austausch zu Leistung und Zielen. Sie sollen Mitarbeitern zeigen, wie deren Einsatz bewertet wird und Vorgaben für zukünftige Leistungen liefern. Doch optimaler Weise ist ein Feedback-Gespräch keine mündliche Zeugnisvergabe und einseitige Forderungsformulierung seitens des Chefs! Denn auch Sie können und sollen hier Ihr eigenes Feedback zu Ihrer Arbeitssituation geben und deutlich machen, was Sie sich vom Unternehmen wünschen: mehr Unterstützung oder mehr Freiraum, Entlastung oder anspruchsvollere Aufgaben, Förderung oder Weiterbildung – und schließlich auch mehr Gehalt oder andere Benefits. Damit das gelingt und beide Seiten ihre Perspektiven einbringen sowie sinnvoll miteinander abstimmen können, sollte das Feedback-Gespräch einem idealen Aufbau folgen.

Die drei wichtigen Phasen – und wie Sie sie nutzen

Im Feedback-Gespräch trumpfen

In der ersten Phase wird erstmal Ihre Arbeit vom Vorgesetzten bewertet – gleichzeitig sollten Sie Ihre bisherigen Leistungen und Erfolge kommunizieren. In Phase 2 geht es darum, Unternehmensziele aufzuzeigen und konkrete Anforderungen für den nächsten Zeitraum an Sie zu formulieren – und bietet Ihnen die Gelegenheit, eine effiziente Planung mitzugestalten und deutlich zu machen, was Sie selbst zur Zielerreichung brauchen: Wie muss die geforderte Arbeit organisiert werden, welche Maßnahmen braucht es, welche Voraussetzungen sind dazu nötig? Die dritte Phase gilt dann besonders Ihrer eigenen Perspektive und Zielsetzung: Was wünschen Sie sich vom Arbeitgeber, was wollen Sie erreichen, was können Sie dazu fordern?

Gut vorbereitet ist schon halb überzeugt

Ganz gleich, ob das Feedback-Gespräch von Ihrem Arbeitgeber vorgegeben wird oder Sie selbst darum bitten: Vorbereitung ist immer der halbe Erfolg! Sie sollten genau aufzeigen können, was Sie für das Unternehmen geleistet haben und welche Erfolge Sie erzielt haben. Gleichzeitig ist es wichtig, sich vorab kritisch selbst zu fragen: Wo liegen meine Defizite, was habe ich nicht geschafft oder hätte ich besser machen sollen? Je ehrlicher Sie dabei mit sich selbst sind, desto besser können Sie sich Kritik stellen und von ihr lernen. Reflektieren Sie aber auch, was vielleicht seitens des Arbeitgebers nötig gewesen wäre, um vorherige Ziele auch wirklich umzusetzen. Denn oft liegt es nicht nur am Mangel von Willen oder gar Kompetenz, dass die eigene Leistung nicht effizient abgerufen werden kann – sondern auch an ungeeigneter Betriebsorganisation, falsch gewählten Maßnahmen oder mangelnder Förderung. Zum Schluss überlegen Sie gut, was Sie sich wünschen: Veränderungen, um besser arbeiten zu können, Weiterbildung oder Förderung, um besser zu werden, vielleicht sogar eine Beförderung oder Gehaltserhöhung, um besser dazustehen. Die ManaJump Checkliste hilft Ihnen, sich optimal auf ein erfolgreiches Feedback-Gespräch vorzubereiten. So können Sie das Bestmögliche für sich herausholen.

Die wichtigsten Fragen, die Sie sich ehrlich stellen sollten

Die wichtigsten Fragen, die Sie sich ehrlich stellen sollten

Wichtig vor allem für die Analyse-Phase: Ihre eigenen Einschätzungen sollten Sie auch belegen können. Nur so überzeugen Sie Ihren Vorgesetzten! Zu welchem Prozentsatz haben Sie Projekt- und Unternehmensziele erfüllt? Wieviel (mehr) Umsatz konkret erreicht? Wieviel wertvolle Arbeitszeit genau eingespart? Lassen Sie ruhig Zahlen für sich sprechen. Besonders wenn Sie sich mehr Gehalt wünschen. Denn hat Ihr Vorgesetzter erstmal eine Plus-Zahl gehört, wird er auch auf das Minus, das höhere Kosten für ihn bedeutet, wohlwollender reagieren. Erfolgreich ist häufig die 50-Prozent-Regel: Wenn Sie zum Beispiel den Umsatz durch Ihren Einsatz um 20 % steigern, wirken 10 % mehr Gehalt für das Unternehmen als gutes Geschäft.

So machen Sie mit Ihrem Verhalten im Feedback-Gespräch alles richtig

Um im Feedback-Gespräch wirklich trumpfen zu können, ist ein souveräner Auftritt natürlich wesentlich. Denken Sie dran: Hier wird ein Dialog auf Augenhöhe geführt. Sie können, dürfen und sollen selbst auch Feedback geben und Forderungen formulieren. Gleichzeitig sollten Sie natürlich die Perspektive Ihres Gegenübers ernst nehmen und angebracht darauf reagieren.

Interesse zeigen
Demonstrieren Sie, dass ein konstruktives Feedback wertvoll für Sie ist und Sie wissen möchten, wo Sie stehen – und künftig hingelangen können. Zeigen Sie Ihr Interesse daran, noch besser zu werden.

Loyalität beweisen
Wie gut Ihre Leistung auch ist – entscheidend ist, was sie dem Unternehmen bringt. Machen Sie klar, dass Sie nicht nur um sich selbst kreisen, sondern Ihre Kompetenzen bestmöglich für das Firmen- und Teamwohl einbringen. Zeigen Sie, dass Sie Ihren Arbeitgeber schätzen.

Sachlich auftreten
Selbstverständlich kann Kritik kränkend sein – reagieren Sie aber nicht emotional, sondern sachlich darauf. Vielleicht können Sie sie ja mit Beispielen widerlegen und die Sicht Ihres Vorgesetzten ändern?

Konkret werden
Zeigen Sie, dass Ihre Arbeit nicht „irgendwie gut“ war, sondern belegen Sie Ihre Erfolge. Und machen Sie klar deutlich, was genau Sie brauchen – und konkretisieren Sie, warum.

Kritik zulassen
Lassen Sie berechtigte Kritik zu, niemand macht alles zu 100% perfekt. Manche Fehler erkennt man selbst erst, wenn man darauf hingewiesen wird. Und es gibt oft einen besseren Weg zum Ziel, den man noch nicht kennt. Nutzen Sie die Chance und reagieren Sie nicht bockig.

Vorschläge vorbereiten
Sie selbst sind sicher auch nicht mit allem völlig zufrieden. Machen Sie zu Kritikpunkten auch direkt Verbesserungsvorschläge. Überhaupt können Sie hier gut durchdachte Ideen und Konzepte dazu nutzen, als engagierter Mitarbeiter zu überzeugen.

Fördern lassen
Ein guter Arbeitgeber fordert nicht nur, er fördert auch! Was brauchen Sie, um besser zu werden, Ihre Ziele zu erreichen, sich persönlich zu entwickeln? Sagen Sie deutlich, was Sie sich wünschen.

Konstruktiv fordern
„Das habe ich mir verdient“ ist kein überzeugendes Argument. Veranschaulichen Sie, wie das Unternehmen von dem profitiert, was Sie möchten: Veränderung X lässt Sie Ihre Kompetenzen effizienter einbringen, durch eine bestimmte Weiterbildung können Sie bessere Erfolge erzielen usw.

Über Nathalie Wendt

Nathalie WendtNathalie Wendt ist freiberufliche Content und Social Media Managerin. Sie leitet die Redaktion des ManaJump Blogs und ist unser Allround-Profi für Text und Kommunikation.