Bewerbungsgespräch: die sechs Winner-Antworten

Bewerbungsgespräch: die sechs Winner-Antworten

So bekommen Sie jeden Job!

Natürlich möchte man sich in einem Bewerbungsgespräch individuell positionieren – die klassischen Fragen aber sind meist Standard. Und keine davon ist so einfach zu beantworten, wie es in einem freundlichen Gespräch scheint. Macht nichts: ManaJump hat von Personal-Experten genau die Winner-Antworten für Sie eingeholt, mit denen Sie auf ganzer Linie überzeugen – und sich gleichzeitig unverwechselbar positionieren.

1. Frage: „Erzählen Sie doch ein wenig über sich!“

Achtung: Der Einstieg klingt vielleicht nach einer netten Einladung zum Plaudern – ist er aber nicht. Ebenso wenig eine Aufforderung, den Lebenslauf in freier Form runterzurasseln. Also hier keine Hobbys und keine lange Reihe an bisherigen Karriere-Stationen.

Winner-Antwort: Halten Sie sich an die Struktur-Formel Ich bin-Ich kann-Ich will – und in der Ausführung einen Zeitrahmen von maximal 3-4 Minuten ein.

Ich bin: Wie sind sie ausgebildet, auf welchen beruflichen Stationen sind sie gewesen?

Ich kann: Was war bisher Ihr Spezialgebiet und welche Erfolge haben Sie damit erzielt, z.B.: In den X Jahren bei Unternehmen Y konnte ich meine Organisationsfähigkeiten ausbauen und habe unter anderem die Abläufe in Abteilung Z so neu strukturiert, dass XY deutlich gesteigert werden konnte.

Ich will: Was wollen Sie von ihren gesammelten Erfahrungen in das neue Unternehmen einbringen, wie möchten Sie Ihre Kompetenzen weiter ausbauen, z.B.: Meine bisherigen Erfahrungen in der Team-Entwicklung würde ich jetzt gerne nutzen, um als Abteilungsleiter in Ihrem Unternehmen unter aktiver Einbeziehung des ganzen Teams die Abläufe für jeden einzelnen optimal transparent und effizient zu machen. Meine Führungskompetenzen würde ich dabei gerne weiter ausbauen.

Winning Facts

So haben Sie kurz und bündig erläutert,

1. welche Qualifikationen Sie durch Ihren Werdegang besitzen,
2. wozu Sie dadurch in der Lage sind,
3. skizziert, wie das dem Unternehmen nutzen kann – und
4. untergebracht, was Sie für sich persönlich wünschen. Mehr geht nicht!

2. Frage: „Worin liegen Ihre Stärken?“

Achtung: Sie selbst haben im Intro des Vorstellungsgesprächs die Weichen gestellt – werden Sie jetzt nicht plötzlich zum Alleskönner. Und: Standards sind keine Stärken! Jeder sollte pünktlich sein, fair im Team auftreten, engagiert arbeiten und sich auch unter Druck nicht gehen lassen. Wirklich jeder Mensch.

Winner-Antwort: Bleiben Sie jetzt im Umfeld von Ich kann und zeigen Sie auf, welche Stärken Sie dazu befähigen, in unserem Beispiel vielleicht: Ich bin selbst sehr strukturiert, darum fällt es mir leicht, Strukturen schnell zu erfassen – und auch hinterfragen zu können. Außerdem kann ich mich gut in Menschen hinein versetzen und so erkennen, was wer im Team braucht, um optimal arbeiten zu können. Behaupten Sie nicht nur, belegen Sie: Im Unternehmen XY habe ich z.B. ein Reporting-Board mit aktuellem Status eingeführt, so wurden die wöchentlichen Statusmeetings überflüssig und alle wussten immer direkt Bescheid.

Winning Facts

So haben Sie in Ihrer Positionierung

1. jetzt einen roten Kompetenz-Faden gelegt,
2. gezeigt, dass Sie bisherige Erfolg jederzeit wiederholen können und
3. Ihre Stärken glaubhaft mit Beispielen bewiesen. Bäm!

3. Frage: „Und wo sehen Sie Ihre Schwächen?“

Achtung: Hier geht es im Vorstellungsgespräch jetzt um Selbstreflexion, nicht um Selbstgeißelung – aber auch nicht um überzogene Selbstdarstellung. Sie müssen nicht ehrlich etwas beichten, aber niemand hat keine Schwächen. Und darf als Fachidiot gelten, wenn er seine nicht kennt.

Winner-Antwort: Das ist Ihre Chance, zu zeigen, dass Sie bereit sind, sich selbst zu hinterfragen und zu kritisieren – nutzen Sie sie, z.B.: Ich habe gemerkt, dass ich manchmal ein bisschen schnell mit meinen Lösungen bin und prompt vorausgesetzt habe, dass alle sie gleich verstehen. Nächste Chance: Jetzt können Sie zeigen, dass Sie bereit sind, an Ihren Schwächen zu arbeiten und am Erkannten zu wachsen, möglichst so: Darum habe ich mir im letzten Job die einzelnen Denkschritte notiert und so besser gemerkt, wenn ich einen übersprungen habe.

Winning Facts

So haben Sie

1. Ehrlichkeit demonstriert,
2. bewiesen, dass Sie sich nicht für perfekt halten und stets hinterfragen und
3. gezeigt, dass Sie selbstständig an sich arbeiten – und Ihre Schwächen Ihnen sogar helfen können, besser zu werden. Perfekt!

4. Frage: „Warum sind Sie genau richtig für den Job?“

Achtung: Nein, das haben Sie nicht doch gerade schon gesagt. Sie haben beschrieben, warum Sie gut sind, aber sind Sie auch wirklich gut für genau diesen Job? Hier geht es darum, was Sie konkret für das Unternehmen bieten.

Winner-Antwort: Um die zu liefern, bedarf es Recherche zu den Anforderungen über die Job-Ausschreibung hinaus. Wofür steht das Unternehmen, was will es erreichen, wo liegen seine Stärken? Ihre Antwort zahlt dann genau darauf ein, beispielsweise: Weil ich gelernt habe, gemeinsame Arbeitsabläufe auch mit dem ganzen Team zu optimieren, passe ich sehr gut in ihr Verständnis von moderner Führung auf Augenhöhe. Und weiter: Sie möchten als Arbeitgeber Ihren Mitarbeitern Teilhabe an neuen Wegen ermöglichen. Das finde ich toll und konnte diese Haltung auch bereits bei Unternehmen XY leben. Und jetzt die Krönung: Ihre Entscheidung zu Innovation XY. bewundere ich, hier könnte ich mich optimal weiterentwickeln und sehr motiviert zum gemeinsamen Erfolg beitragen.

Winning Facts

So haben Sie

1. bewiesen, dass Sie sich wirklich mit dem Unternehmen auseinander gesetzt haben,
2. gezeigt, dass Sie durch Ihre Erfahrung perfekt zu den Herausforderungen passen und
3. darauf hingewiesen, das Sie sich weiterentwickeln möchten – und das Unternehmen dafür wertschätzen werden. Wenn es eine zweite Runde gibt, sind Sie jetzt drin.

5. Frage: „Was schätzen Ihre Kollegen an Ihnen?“

Achtung: So gesellig, nett und offen Sie auch sind – es geht hier nicht darum, ob Sie sich menschlich beliebt machen können. Und ob Sie der allseits geforderte Teamplayer sind, zeigt sich nicht in ewigen Ausführungen.

Winner-Antwort: Jetzt will man von Ihnen wissen wie Sie das Team bei der bestmöglichen Arbeit unterstützen würden – punkten Sie wieder mit Beispielen: Ich habe immer das Feedback bekommen, dass man sich hundertprozentig auf mich verlassen kann: Ich kümmere mich immer sofort um Lösungen, halte mich an gemeinsam getroffene Entscheidungen und habe bei Arbeitgeber YX auch mal Kollegen ausgeholfen, die einfach gerade mehr Projekte als ich auf dem Tisch hatten.

Winning Facts

So haben Sie sofort gezeigt, dass Sie

1. Wert auf das Feedback Ihrer Kollegen legen, es Ihnen
2. wichtig ist, dass nicht nur Sie, sondern alle gut arbeiten können und Sie
3. sozial kompetent sind. Traum-Kandidat!

6. Frage: „Haben Sie noch eine Frage an uns?“

Achtung: Wer jetzt nichts mehr wissen will, wirkt desinteressiert, egal wie sehr Ihnen gerade der Kopf schwirrt. Irgendwas rückzufragen, das schon längst im Gespräch war, wird aber eher als unkonzentriert gewertet.

Winner-Antwort: Jetzt zahlt sich noch einmal emsige Recherche aus! Presse-Mitteilungen, Unternehmensberichte etc. liefern Ihnen für diese letzte entscheidende Frage die perfekte Plattform. Zeigen, Sie nochmal, dass Sie sich wirklich interessieren und nicht nur über sich selbst reden wollen, zum Beispiel so: Ich habe in Ihrem Geschäftsbericht gelesen, dass Sie ein neues E-Learning-Programm für Ihre Mitarbeiter entwickelt haben. Wird das denn schon gut angenommen? Und wie nimmt man konkret teil?

Winning Facts

Ganz am Schluss haben Sie noch einmal

1. Ihr umfassendes Interesse am Unternehmen demonstriert,
2. sich in Ihrer Frage erstmal auf das Team und nicht sich selbst konzentriert und
3. Ihrem Gegenüber Gelegenheit gegeben, von einer Errungenschaft zu berichten – was jeder gerne tut. Treffer versenkt!

Über Nathalie Wendt

Nathalie WendtNathalie Wendt ist freiberufliche Content und Social Media Managerin. Sie leitet die Redaktion des ManaJump Blogs und ist unser Allround-Profi für Text und Kommunikation.