Arbeitgeber-Plus Corporate Responsibility

Arbeitgeber-Plus Corporate Responsibility

So zahlt sich soziale Verantwortung beim Recruitment aus

Längst reicht es auf dem heiß umworbenen Fachkräftemarkt nicht mehr, als Unternehmen mit spannenden Aufgaben und hohem Gehalt um potenzielle Bewerber zu buhlen. Vielmehr gilt es heute, sich überzeugend als guter Arbeitgeber zu positionieren. Und gut ist hier durchaus wörtlich zu nehmen: Denn mit ihrem immer stärker werdenden Bewusstsein für soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und ethische Korrektheit erwartet die neue Arbeitnehmergeneration diese Haltung auch an ihrem Arbeitsplatz. ManaJump hat für Sie zusammengefasst, warum Corporate Responsibility, die unternehmerische Verantwortung für Mensch und Umwelt, auch im Recruitment ständig wichtiger wird – und mit welchen Maßnahmen Sie attraktive Kandidaten von sich überzeugen können.

Die neuen Arbeitnehmer: sozial verantwortlich, ökologisch bewusst

Wer den Millennials nachsagt, sie würden sich im Selfie-Hype nur für sich selbst interessieren, irrt ganz gewaltig. Denn die neuen Jungen schauen sehr genau auf die Welt – und auch darauf, welche Rolle sie selbst in ihr spielen und wie sie positiv beeinflussen können. Gesellschaftliche Megatrends wie Globalisierung, Migration oder das Hinterfragen klassischer Geschlechterrollen haben zusammen mit ständig verfügbarer Information längst zu einer kritischen Reflexion von sozialer Gerechtigkeit und fairen Teilhabemöglichkeiten geführt. Zusätzlich werden die neuen Generationen bereits Zeuge davon, welche Auswirkungen die ökologischen Großsünden ihrer Eltern tatsächlich auf Umwelt und Planeten haben und sind darum heute bereit, die Notbremse zu ziehen. Und soziale Verantwortung und ökologisches Bewusstsein spielen für engagierte Menschen nicht nur in der Freizeit eine wesentliche Lifestyle-Rolle. Vielmehr wird heute im Zuge der viel zitierten Work-Life-Balance auch eine mit den eigenen Werten vertretbare Haltung des Arbeitsumfeldes eingefordert. Unternehmen, die die bieten, sind also als wählbarer Arbeitgeber klar im Vorteil.

Studien: Die Zahlen sprechen klar für Corporate Responsibility

Wie wichtig die Corporate Responsibilty, oft als CRS abgekürzt, eines Unternehmens mittlerweile bei der Wahl als Arbeitgeber ist, zeigen zahlreiche Studien. Zum Beispiel vom Berliner Meinungsforscher Trendence, der einmal im Jahr das Deutsche Absolventenbarometer veröffentlicht: Auf die Frage nach „starkem Einfluss auf die Bewerbungsentscheidung“ nennen da inzwischen ein Drittel der Befragten Corporate Responsibility und soziales Engagement eines Unternehmens. Auch die Aussage „ethisch-moralische Gründe spielt bei meiner Arbeitgeberwahl eine wichtige Rolle“ stimmen mehr als die Hälfte der knapp 1.000 jährlichen Studienteilnehmer zu.

Gezielt: Arbeitnehmer informieren sich vorab zum Unternehmensengagement

Was eine solche Wichtigkeit hat, wird natürlich auch gut überprüft. So ist für die meisten Bewerber inzwischen selbstverständlich, einen potenziellen Arbeitgeber neben anderen Leistungen auch genau auf seine Corporate Responsibility abzuklopfen. Und zwar längst nicht nur auf der Unternehmenswebsite oder durch zugängliche Unternehmensberichte: Auf der bekannten Arbeitgeber-Bewertungsplattform www.kununu.com werden in den User-Kommentaren immer stärker auch CSR-Maßnahmen von Unternehmen erwähnt. Besonders, wenn diese versprochen, aber nicht eingehalten werden, führt das zu negativen Bewertungen. Schmücken mit falschen Federn bringt Unternehmen also wenig. Denn gerade Digital Natives nutzen eben alle erdenklichen Media-Kanäle, um Informationen zu finden und auch zu überprüfen. Dazu werden inzwischen auch Portale wie www.csr-jobs.de immer wichtiger: Dort erfahren User auf einen Blick, welche Arbeitgeber sich wie engagieren und bei welchen Initiativen sie Mitglied sind, ob sie Vielfalt fördern, eine familienbewussten Personalpolitik betreiben oder auch Mitarbeitern Angebote machen, sich aktiv am Engagement zu beteiligen.

Machen möglich machen: Coporate Volunteering & Co.

Denn nicht nur vom Arbeitgeber erwarten aussichtsreiche Job-Kandidaten, Gutes zu tun – auch sie selbst möchten oft mit tatkräftigem Einsatz zu einer besseren Welt beitragen. Angebote hierzu können Sie Ihren Arbeitnehmern vielfältig machen: Eine Option ist das so genannte Corporate Volunteering, das freiwillige Hilfseinsätze von Mitarbeitern ermöglicht. Entweder wird dafür eine kooperierende Initiative oder Organisation vom Unternehmen gewählt oder im Team selbst vorgeschlagen. Das Unternehmen stellt Mitarbeiter dann regelmäßig frei, um sich dort zu engagieren und beteiligt sich eventuell auch an Anreise- und Unterbringungskosten.

Eine andere praktische Option ist, die eigenen Unternehmungsleistung unentgeltlich für den guten Zweck zur Verfügung zu stellen. So können Sie zum Beispiel für Hilfsprojekte benötigte Güter gratis transportieren – und Ihrem Team so ermöglichen, sich mit den eigenen Kompetenzen über den Job hinaus mit sozialem Einsatz selbst zu verwirklichen. Solche Angebote punkten schon in Stellenanzeigen unter „Leistungen“ oder „Benefits“ und können schnell zu mehr Bewerbungen führen. Und auch wenn Ihre Stellen optimal besetzt sind – mit gelebter Corporate Responsibility können Sie gute Arbeitskräfte auch langfristig halten. Eine Investition, die sich also klar für Recruiting und Personal-Management auszahlt.

 

Über Nathalie Wendt

Nathalie WendtNathalie Wendt ist freiberufliche Content und Social Media Managerin. Sie leitet die Redaktion des ManaJump Blogs und ist unser Allround-Profi für Text und Kommunikation.