16 Arbeitgeber-To-Dos, um Digital Natives zu gewinnen

16 Arbeitgeber-To-Dos, um Digital Natives zu gewinnen

Bieten, was die neue Generation wirklich will

Innovativ ausgebildet, technisch und medial hoch versiert, absolut zukunftsfähig: Kein Wunder, dass sich nicht nur moderne Start-Ups, sondern auch traditionelle Unternehmen um Digital Natives reißen. Sie sind nicht nur der Wegweiser, sondern geradezu die Straße, die ohne Umwege zur Arbeitswelt 4.0 führt. Und Arbeitgeber mit ihrem neuem Know-how bei den damit verbundenen Herausforderungen unterstützen und an den Chancen partizipieren lassen können – wenn sie denn wollen. Denn wer so begehrt ist, hat die Wahl. Zudem hat sich bereits in der letzten Generation neben dem digitalen auch ein Wertewandel vollzogen, der sich heute in den Ansprüchen und Erwartungshaltungen der Digital Natives an Arbeitswelt und Lebensgestaltung manifestiert. ManaJump hat hier für Sie zusammengefasst, was Digital Natives wirklich von ihrem Arbeitsplatz und -geber erwarten und mit welchen To-Dos sie die begehrte Generation neuer Arbeitnehmer erfolgreich rekrutieren – und langfristig im Unternehmen halten.

Work-Life-Balance ist das neue Gehalt

Zeit ist Geld, das war einmal: Die neue Generation von Arbeitnehmern ist selbst für ein großzügiges Top-Gehalt nicht mehr für ein Leben aus Arbeit rund um die Uhr und wenig Freizeit zu haben. Dahinter steckt allerdings nicht Bequemlichkeit – sondern einfach der ausgeprägte Wunsch nach einer ausgewogenen Work-Life-Balance. Digital Natives sind absolut bereit, im Job alles zu geben. Aber eben nicht alles für den Job. Ebenso wichtig wie berufliche Erfolge ist ihnen Freizeit, für z.B. Reisen und Erlebnisse. Diese über Gebühr für den Job zu opfern oder nur innerhalb eines unflexiblen Urlaubssystems aus 28 Tagen frei zu haben, bedeutet für junge Talents, zu wenig Zeit zum Leben zu haben. Und darum oft die Entscheidung gegen einen Arbeitgeber, der ihnen nicht genug Freizeit bietet. Da helfen oft auch keine noch so hohen Verdienstoptionen. Für Digital Natives ist intensiv gestaltbare Lebenszeit mehr wert als Geld, auch weil sie weit weniger an klassischen Statussymbolen hängen als noch ihre Eltern.

To-Dos für Arbeitgeber „Freizeit“:

  • Überstunden flexibel mit Freizeiten ausgleichen
  • Wenn möglich, 4-Tage-Wochen schaffen
  • Gleitzeit-Modelle kreieren
  • Mehr als die gesetzlich geregelten Urlaubstage bieten

Lieber Obstkorb von der Bio-Farm als Firmenwagen

Das Statusdenken hat sich innerhalb nur einer Generation tatsächlich radikal geändert: Digital Natives träumen nicht mehr vom großen Eigenheim oder einem teurem Auto. Sie investieren lieber in Hobbys, Reisen, ihre Fitness: eben in das Erlebbare. Und wie nachhaltig etwas produziert wurde, ist Ihnen inzwischen wichtiger als teure Labels. Überhaupt ist Nachhaltigkeit, ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt und ihren Ressourcen ein großes Thema für junge Arbeitnehmer. Statt mit eigenem Wagen fahren sie mit Carsharing-Autos, Mietrollern, dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln durchs Leben. Das senkt den CO2-Ausstoß und die eigenen Kosten für Unterhalt und Parkgebühren. Und auch, dass der Büro-Bio-Obstkorb inzwischen Erwähnung in zahlreichen Stellenanzeigen findet, ist dem Bewusstsein für eine ökologisch gute und gesunde Lebensweise der Digital Natives geschuldet – zu Recht: Auch firmeninterne Sportangebote oder Beitragserstattung für Fitnessangebote sind inzwischen begehrter als klassische Gratifikationsangebote wie der Firmenwagen. Dann doch lieber ein (E-)Bike, Übernahme der ÖPNV-Kosten oder – Stichwort digital – privat nutzbare Smartphones und andere mobile Devices.

To-Do für Arbeitgeber „Gratifikation“:

  • (E-)Bikes und ÖPNV-Abos statt Firmenwagen anbieten
  • Fitness-Angebote schaffen oder Kosten übernehmen
  • Obst und gesunde Lunch-Angebote offerieren
  • Privat nutzbare Firmensmartphones etc. zur Verfügung stellen

Digital Natives wollen Karriere UND Familie – nicht oder.

Wer Digital Natives als Arbeitnehmer gewinnen möchte, darf Beruf und Familie nicht mehr als Alternative, sich wechselseitig ausschließenden Lebensentwürfe ansehen. Desto besser junge Frauen ausgebildet sind, desto weniger sind sie bereit, für die Familiengründung auf ihre Karriere zu verzichten – aber auch umgekehrt. Die neue Generation von Frauen lässt sich längst nicht mehr auf die Mutterrolle reduzieren. Gleichzeitig möchte sie von der Gesellschaft und ihrem Arbeitgeber in der Entscheidung, Mutter zu sein, unterstützt werden. Und auch junge Väter wollen ihre Kinder nicht nur am Wochenende sehen, sondern aktiv an ihrer Erziehung mitwirken. Ein attraktiver Arbeitgeber muss sich als familienfreundlich positionieren und für Frauen und Männer entsprechende Angebote schaffen. Flexible Elternzeitmodelle sind inzwischen in der Arbeitswelt beinahe selbstverständlich, doch auch Betreuungsangebote für ihre Kinder sind bei Digital Natives ein echtes Job-Plus. Und natürlich: ein möglich hohes Maß an Flexibilität der Arbeitszeiten und des Arbeitsorts.

To-Dos für Arbeitgeber „Familienfreundlichkeit“:

  • Flexible und dehnbare Elternzeitmodelle entwickeln
  • Betriebskindergarten und / oder Betreuungsangebote schaffen
  • Gleitzeitmodelle und Home-Office-Optionen bieten
  • Anspruchsvolle Jobs auch als Teilzeitstelle ausschreiben

Hin zur Selbstverwirklichung, statt nur hoch auf der Karriereleiter

Die digitale Revolution bietet zahlreiche Möglichkeiten für neue Formen der Zusammenarbeit und ermöglicht sogar das ortsunabhängige Arbeiten. Digital Natives haben nicht nur das Wissen, wie man diese Optionen technisch und organisatorisch umsetzt – sondern erwarten entsprechende Angebote einfach von einem attraktiven Arbeitgeber. Agile Arbeits(platz)verteilung ist für die junge Arbeitnehmer-Generation so selbstverständlich wie auch im Home-Office oder von einem Co-Working-Space aus engagiert zu arbeiten. Sie möchte selbst mitentscheiden, ob und wann eine physische Anwesenheit im Büro Sinn macht. Plus für Arbeitgeber: Mit ortsunabhängigen Arbeitsmodellen sind Sie auch an weniger begehrten Standorten als die urbanen Ballungszentren attraktiv. Für Digital Natives geht es zudem nicht mehr nur darum, die Karriereleiter hochzuklettern, sie wollen sich im Job mit ihren Fähigkeiten und auch Persönlichkeiten voll einbringen können – sich selbst verwirklichen. Dafür brauchen sie sowohl kreative als auch hierarchische Freiräume, ihr Arbeitgeber soll sie ebenso fördern wie fordern. Als Unternehmen, das seine Arbeitnehmer Work- und Lösungsprozesse mitentwickeln und tragen lässt, setzen Sie sich bei Digital Natives an die Spitze. Und auch ständige Angebote, in der persönlichen Entwicklung voran zu kommen, sind ein wichtiger Schlüssel, um die Tür für gut ausgebildete junge Bewerber zu öffnen.

Über Nathalie Wendt

Nathalie WendtNathalie Wendt ist freiberufliche Content und Social Media Managerin. Sie leitet die Redaktion des ManaJump Blogs und ist unser Allround-Profi für Text und Kommunikation.